Das Bandverzinken, auch kontinuierliches Feuerverzinken oder Sendzimir-Verzinken genannt, gehört zu den Feuerverzinkungsverfahren bei dem Stahl kontinuierlich verzinkt wird.

Kabelkanäle oder Klimatechnik-Elemente sind typische Einsatzgebiete der Bandverzinkung.

Das Bandverzinken ist ein kontinuierliches Feuerverzinkungsverfahren bei dem Stahlband im Durchlaufverfahren in eine Zinkschmelze getaucht und anschließend weiterverarbeitet wird. Als alternative Bezeichnungen zur Bandverzinkung findet man die Begriffe Sendzimirverzinken und kontinuierliches Schmelztauchveredeln mit Zink bzw. Zinklegierungen. Nachfolgend ist das Bandverzinken mit Zink beschrieben. Informationen zum Bandverzinken mit Zinklegierungen sind unter "Bandverzinken (Legierungsüberzüge)" zu finden.

Der Verfahrensablauf:

Ausgangsmaterial ist in der Regel ungeglühtes, kaltgewalztes Stahlband in Dicken von 0,4 bis 3mm und Breiten von 600 bis zu 2000 mm oder Spaltband in verschiedenen Breiten von 20 mm bis unter 600 mm, das zu einem Coil (Bund) aufgewickelt ist. Vor dem Verzinkungsprozess wird das Stahlband vom Coil abgewickelt und nacheinander zu einem endlosen Band zusammengeschweißt, so dass die Anlage kontinuierlich gefahren werden kann. Der eigentliche Behandlungsteil besteht aus dem Durchlaufofen, dem Schmelzbad, einer Vorrichtung zur Einstellung der Zinkauflage und der Kühlung. Das Band wird einer thermischen Vorbehandlung unterzogen und kontinuierlich geglüht. In der Kühlzone wird das Band unter Schutzgas auf eine Temperatur nahe der Schmelzbadtemperatur abgekühlt, so dass es in das Zink-Schmelzbad mit einer Badtemperatur von etwa 450-460° C eintaucht. Durch eine Rolle im Bad wird das Band nach oben umgelenkt und verlässt das Schmelzbad wieder. Das schmelztauchveredelte Stahlband wird danach zumeist verschiedenartig chemisch nachbehandelt, beispielsweise geölt, phosphatiert oder passiviert im Anschluss wieder zu einem Coil aufgewickelt.

Wirkungsweise/Korrosionsverhalten:

Beim kontinuierlichen Feuerverzinken von Feinblechen wird ein Schmelztauchüberzug erzeugt, der in erster Linie zu den passiven Korrosionsschutzverfahren mit Barrierewirkung zählt. Es bildet sich durch Diffusion eine sehr dünne Eisen-Zink-Legierungsschicht aus, auf der eine reine Metallschicht liegt, die sich beim Herausziehen des Bandes aus dem Schmelzbad bildet.

Die übliche Zinkschichtdicke bandverzinkter Überzüge beträgt 5 bis 25 Mikrometer. Der metallische Überzug einer Bandverzinkung wirkt wie bei einer Stückverzinkung auch aktiv als Opferanode bei Verletzungen des Überzuges. Bei kontinuierlich verzinktem Stahlblech mit reinen Zinküberzügen kann man von vergleichbaren Korrosionsraten wie bei stückverzinkten Überzügen ausgehen. Durch die deutlich geringeren Zinkschichtdicken dieser Überzüge ergibt sich bei gleicher Korrosionsrate jedoch eine deutlich kürzere Schutzdauer von bandverzinkten Überzügen.

 

Normung und Einsatzbereiche:

Das Bandverzinken ist in DIN EN 10143 und in DIN EN 10346 geregelt. Bandverzinkter Stahl ist ein sogenanntes Halbzeug, das heißt ein Vorprodukt, das nach dem Verzinken durch Umformen, Stanzen und Zuschneiden weiterverarbeitet wird. Hierdurch wird an den Schnitt- und Stanzkanten die schützende Zinkschicht zerstört. Bandverzinkte Stähle werden zumeist in schwach korrosionsbelasteten Innenbereichen eingesetzt. Kabelkanäle oder Klimatechnik-Elemente sind typische Beispiele hierfür. Bandverzinkte Stähle kommen zumeist für den Einsatz im Außenbereich nicht in Frage, da sie aufgrund ihrer geringen Schichtdicken nicht die zumeist geforderten Schutzzeiträume von mehreren Jahrzehnten erreichen.